Strafvollstreckung – Absehen von der Vollstreckung bei Auslieferung oder Abschiebung

Sie müssen eventuell eine rechtskräftige Freiheitsstrafe ohne Bewährung verbüßen und interessieren sich für das Thema, ob Sie als Ausländer die Strafvollstreckung vermeiden können durch Auslieferung oder Abschiebung? (Hier geht es zurück zur nächst höheren Übersichtsseite über diesen Themenbereich) (Hier: Zurück zur zentralen Einstiegsseite).

Gem. § 456a StPO kann vollständig auf die Vollstreckung verzichtet werden, wenn der Verurteilte

  • wegen einer anderen Tat ins Ausland ausgeliefert,
  • an einen internationalen Strafgerichtshof überstellt
  • oder aus Deutschland abgeschoben, zurückgeschoben oder zurückgewiesen wird.

Achtung, letzteres betrifft die freizügigkeitsberechtigten EU-Bürger nicht: Hier kann nicht abgeschoben werden! Je größer die EU, um so weniger kommt leider diese Möglichkeit in Frage…

Gleichzeitig wird i.d.R. ein Vollstreckungshaftbefehl für den Fall der Rückkehr nach Deutschland erlassen: Dann wird die Strafvollstreckung nachgeholt. Eine Rückkehr nach Deutschland ist also erst möglich, wenn die Vollstreckung verjährt ist.