Abstandsverstoß – Abstandsmesssysteme

Lasermesssystem

Das Lasersystem wertet sich selbst aus. Siehe hier weiter.

Fotosysteme

Bei Abstandsverstößen ist eine sehr komplexe Auswertung nötig; zumal, aus einem nachfahrenden Fahrzeug heraus: Hier müssen die Zeit bzw. die Bildfrequenz, je Fahrzeug zwei bis drei Geschwindigkeiten und eventuell Fahrzeuggrößen verglichen und ein Ergebnis berechnet werden. Hier gilt bei jedem einzelnen Wert: „im Zweifel für den Betroffenen“. Wenn es auf einen km/h oder Meter mehr oder weniger ankommt, muss man hier Detail prüfen: Bei den Fahrzeuggrößen als optische Grundlage für für die Berechnung im Zeitverlauf geht es um die richtigen Referenzgrößen, die tatsächliche Größe und das Größenabbild am Anfang und Ende des Vorgangs. Letzteres wird ggf. mittels manuell im System ans Foto/Video angelegter Hilfslinien bestimmt: Vielleicht wurde hier gegen den Zweifelssatz verstoßen?

Fest montierte Abstandsmesssysteme (z.B. VKS 3.0) erfassen den laufenden Verkehr im Zielerfassungsbereich neutralisiert – ohne Kennzeichen, oder identifizierbares Fahrerbild – in einer laufenden Übersichtsaufnahme. Das System berechnet hier die Objekte im laufenden Video mittels photogrammetrischer Bildauswertung bezogen auf feste Fahrbahnmarkierungen, die vorher angebracht werden (2 x 2 Quadrate vor Brücken auf Autobahnen) und berechnet mit Hilfe der perspektivischen Transformation reale Koordinaten. Zur Geschwindigkeitsermittlung wird die Wegstrecke herangezogen, die das betreffende Fahrzeug zwischen zwei in je einem Videobild dokumentierten Verkehrssituationen zurücklegt. Die Wegstreckenmessung erfolgt entsprechend der Abstandsmessung durch perspektivische Transformation der in den Videobildern digitalisierten Fahrzeugpositionen. Der zeitliche Abstand der beiden Verkehrssituationen ergibt sich aus der Bildwiederholfrequenz und der vom Messsystem automatisch ermittelten Zahl der Videobilder. Wenn danach ein Abstand- oder Geschwindigkeitsverstoß festgestellt wird, erfolgt automatisch eine konkrete Aufzeichnung einer zweiten Kamera, der Fahreridentifikationskamera, auf eine Festplatte. Die konkrete Berechung von Abständen und Wegstrecken in einen Messausdruck veranlasst dann das Auswertepersonal.

Zur Überprüfung solcher Ergebnisse müsste ein eigenes Gutachten eingeholt und bezahlt werden.

Unverwertbare anlasslose Geamtüberwachung?

Das Bundesverfassungsgericht hat 2008 eine laufende konkrete Verkehrsüberwachung mit Kameras ohne Anlass als unvereinbar mit dem Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung gehalten (Az. 2 BvR 941/08). Selbst wenn diese linksgrüne Empfindlichkeit der 70er Jahre in der heutigen Verfassungswirklichkeit mit Google- und Facebook fortbestehen sollte, sind die konkreten Messsystem zwischenzeitlich wohl in der Funktion konform (erfassen und berechnen neutralisiert, Scharfschaltung erst im individuellen Verstoßfall).