Angeklagt: Infos zur Anklageschrift

Sie haben eine strafrechtliche Anklage erhalten? Hier zu den Infos zum Thema Anklageschrift. (Hier zu allgemeinen Infos: Beschuldigte/r im Strafverfahren) (Hier zu den Infos betreffend die Hauptverhandlung). (Hier zurück zur Einstiegsseite: Infos nach Ihrer Situation).

Was bisher geschah: Ermittlungsverfahren – und keine Einstellung

Vor der Anklage gegen Sie gab es ein Ermittlungsverfahren – siehe hier zu den Infos.

Am Anfang stand ein Verdacht eines Amtes oder eine Strafanzeige oder ein Strafantrag. Es wurde von Polizei und Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren durchgeführt. Die Polizei hat Ihnen irgendwann angeboten, dass Sie sich zu der Beschuldigung äußern können. Vielleicht wurde Ihnen ein Schreiben geschickt. Eigentlich Zeit für einen Verteidiger …

Dann hat die Polizei ihre Akte an die Staatsanwaltschaft geschickt. Diese allein entscheidet über den Abschluss des Ermittlungsverfahrens durch Einstellung des Verfahrens. Das läuft oft unter Zeitdruck und Überlastung ab und manchmal ist einfachste Variante sogar die Anklage – sozusagen: „soll sich lieber das Gericht darum kümmern“.

Anklage: Als Strafbefehl oder als Anklageschrift

Für diese Anklage hat die Staatsanwaltschaft zwei Möglichkeiten:

  • Die Staatsanwaltschaft kann Strafbefehl inklusive Strafe beantragen. Den Strafbefehl schreibt die Staatsanwaltschaft komplett selbst – bis zum Wappen des Amtsgerichts. Es kommt dann nur die Unterschrift des Richters drunter. In aller Regel wird der Strafbefehl auch genau so unterschrieben und Ihnen zugestellt: Sie können ihn nun annehmen oder nicht – also Einspruch einlegen (und das sollten Sie – zurücknehmen können Sie immer noch ohne Probleme!).
  • Ansonsten gibt es eine Anklageschrift. Die Anklage enthält keine Strafe, nur die Beschuldigung selbst, die Bewertung und einige Beweismittel. Über Strafe oder Freispruch muss nach einer öffentlichen Verhandlung – „Hauptverhandlung“ – entschieden werden. Eine Anklage wird auch dann erhoben, wenn die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe verlangen wird – das geht beim Strafbefehl nur ausnahmsweise und nur mit Verteidiger. In diesem Fall wissen Sie erst nach der Verhandlung, was herauskommt. Aber das Strafverfahren kann auch noch bei Gericht eingestellt werden – dazu sollten Sie aber professionell verteidigt sein.