Angeklagt: Infos zur Anklageschrift

Sie haben eine strafrechtliche Anklage erhalten? Hier zu den Infos zum Thema Anklageschrift. (Hier zu allgemeinen Infos: Beschuldigte/r im Strafverfahren) (Hier zu den Infos betreffend die Hauptverhandlung). (Hier zurück zur Einstiegsseite: Infos nach Ihrer Situation).

Was bisher geschah: Ermittlungsverfahren – und keine Einstellung

Vor der Anklage gegen Sie gab es ein Ermittlungsverfahren – siehe hier zu den Infos.

Am Anfang stand ein Verdacht eines Amtes oder eine Strafanzeige oder ein Strafantrag. Es wurde von Polizei und Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren durchgeführt. Die Polizei hat Ihnen irgendwann angeboten, dass Sie sich zu der Beschuldigung äußern können. Vielleicht wurde Ihnen ein Schreiben geschickt. Eigentlich Zeit für einen Verteidiger …

Dann hat die Polizei ihre Akte an die Staatsanwaltschaft geschickt. Diese allein entscheidet über den Abschluss des Ermittlungsverfahrens durch Einstellung des Verfahrens oder durch eine Form der Anklage.

„Anklage“: In Form des Strafbefehls

Die Staatsanwaltschaft kann Strafbefehl inklusive Strafe beantragen. Den Strafbefehl schreibt die Staatsanwaltschaft komplett selbst – bis zum Wappen des Amtsgerichts. Es kommt dann nur die Unterschrift des Richters drunter.

In aller Regel wird der Strafbefehl auch ganz genau so unterschrieben und Ihnen zugestellt. Sie können ihn nun annehmen oder nicht – also Einspruch einlegen. Frist 2 Wochen! Ihren Einspruch können Sie bis zur Hauptverhandlung ohne Probleme zurücknehmen.

„Anklage“ in Form der Anklageschrift

Ansonsten wird eine Anklageschrift erstellt und ans Gericht geschicht. Die Anklage enthält keine Strafe, nur die Beschuldigung selbst, die Bewertung und einige Beweismittel.

Über Strafe (oder Freispruch) muss nach einer öffentlichen Verhandlung – „Hauptverhandlung“ – entschieden werden. Sie wissen erst nach der Verhandlung, was als Strafe herauskommt.

Das Strafverfahren kann auch noch bei Gericht eingestellt werden – dazu sollten Sie spätestens professionell verteidigt sein. Die Staatsanwaltschaft muss hier zu allem zustimmen.

Eine Anklage wird auch dann erhoben, wenn die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe verlangen will – das geht beim Strafbefehl nur ausnahmsweise und nur mit Verteidiger und auch nur bis zu einer bestimmten Höhe.