Geschädigt/Opfer? Nichts erfinden – keine falschen Aussagen

Wenn Sie Verletzte/r oder Opfer einer Straftat sind: Erfinden Sie nichts (dazu), machen Sie keine falschen Aussagen. Vielleicht meinen Sie, das wäre in Ordnung, denn

  • man hat Ihnen großes moralisches und persönliches Unrecht angetan –
  • und der Täter hat auch die falsche Anzeige verdient?

Unabsehbare Folgen: Für den anderen – und für Sie

Das kann unabsehbare und schlimme Folgen haben – am Ende auch für Sie:

  • Sie beide – Verletzte/r und Täter werden Jahre lang durch die Mühlen der Justiz gedreht
  • Es besteht die Gefahr eines falschen Urteils
  • einer ungerechtfertigen Haft
  • dass unabsehbare persönliche und finanzielle Schäden folgen

Tun Sie das auch sich selbst nicht an:

  • Unterschätzen Sie nicht Polizei und Justiz. Man stellt Ermittlungen an, man hinterfragt kritisch, Gerichte befassen sich am Ende jahrelang mit allen Details – und Widersprüchen.
  • Die Verteidigung Ihres Gegners wird alle Register ziehen und Sie in allen Details durch die Mangel drehen – eventuell mit Sachverständigengutachten
  • Überschätzen Sie selbst sich nicht. Halten Sie das durch; jahrelang? Nein – das können Sie auch nicht:

Dieser Plan wird bald nicht mehr Ihrer sein

Sie können am Anfang vielleich gutgläubigen Vertrauensleuten oder Hilfsvereinen etwas vorspielen. Aber Polizei oder Staatsanwaltschaft sind von Amts wegen misstrauisch. Dort muss man Ihnen nicht glauben. Sie werden Jahre durch die Mühlen der Justiz gedreht: Man wird Sie jahrelang befragen. Sie werden immer wieder neu vernommen. Immer mit den Protokollen Ihrer früheren Aussagen vor Augen; und das werden immer mehr. Man wird Sie einem psychologischen Glaubwürdigkeitsgutachten unterziehen. Selbst bei einem rechtskräftig abgeschlossenen Verfahren kann Jahrzehnte später Wiederaufnahme beantragt werden.

Und bald kann die Sache gegen Sie selbst laufen:

Zivilgericht/Schadensersatz:

  • Sie haften auf Ersatz aller verursachter Schäden . Das können hunderttausende Euro werden – Millionen Euro bei entgangenem Einkommen etwa wegen Arbeitsunfähigkeit des Opfers Ihrer Aussage:
  • Sie werden zivilgerichtlich verklagt (die Beweislast liegt dann eventuell bei Ihnen) und zivilgerichtlich verurteilt
  • 30 Jahre lang wird gegen Sie vollstreckt – eine Privatinsolvenz hilft nichts, diese Titel bleiben wirksam.

Strafgericht/Anklage:

Sie riskieren Strafbarkeit in vielen Bereichen:

  • § 145d StGB, falsche Verdächtigung – eine Strafvorschrift zugunsten des Opfers falscher Aussagen
  • § 164 StGB, Vortäuschen einer Straftat – Strafvorschrift zugunsten von Polizei und Behörden, die sich sinnlos bemühen und ermitteln
  • § 153 StGB, uneidliche Falschaussage als Zeuge/Zeugin: Mindeststrafe 3 Monate Freiheitsstrafe, bis zu 5 Jahren
  • § 154 StGB, Meineid: Sie werden nach Ihrer Aussage auf diese vereidigt? Das geht in Sekunden. Wenn Sie vorher falsch ausgesagt haben, ist das dann ein Meineid: Verbrechen mit Mindeststrafe von 1 Jahr Freiheitsstrafe bis zu 15 Jahren.

Verfahrenskosten:

Wenn ein Verfahren durch eine vorsätzlich oder leichtfertig erstattete unwahre Anzeige veranlasst wurde worden ist, riskiert der/die Anzeigende die zwingende Auferlegung der Kosten des Verfahrens und vor allem der Kosten des Beschuldigten und von Nebenbeteiligten – § 469 StPO.

Später werden andere hineingezogen:

Andere, die Sie dazu bringen mitzumachen, können wegen all der Straftaten oben bestraft werden. Und weil Sie sie hineingezogen haben, müssen Sie denen evtl. Schadensersatz zahlen.

Sie selbst können nochmals dran sein:

Keine ‚Rücknahme‘ einer Strafanzeige möglich!

Glauben Sie nicht, dass Sie eine Anzeige wieder rückgängig machen können: So, wie man der Polizei etwas erzählt hat, sagt man jetzt, dass man das nun bitte vergessen soll.

Aber es gibt keine Rücknahme einer „Strafanzeige“, außer es wäre ganz ausnahmsweise ein zwingender Strafantrag zur Verfolgung nötig! Zum Unterschied siehe hier.

Sonst gilt die Pflicht zur Amtsermittlung – egal, wie es das Opfer sieht. Eine Anzeige kann man also nicht ungeschehen machen. Sobald ein Anfangsverdacht bekannt ist, wird ein Verfahren eingeleitet, eine Akte angelegt.

Mit dem Anruf bei der Polizei, dem Betreten der Polizeidienststelle kann es eventuell nicht mehr aufzuhalten sein.

In Ihrem eigenen Interesse:

Tun Sie sich und anderen Menschen keine Falschaussage an.