Geschädigt/Opfer einer Straftat: Strafanzeige, Strafantrag, Akteneinsicht, Mitteilungsrechte

Zu den strafrechtlichen Möglichkeiten alsGeschädigte/r/Opfer einer Straftat (hier zurück zur Übersichtsseite des Themenbereichs).

Sie können Strafanzeige erstatten und Strafantrag stellen. Hier aber auch zu: Strafverfahren, realistisch.

Sie können über einen Anwalt/eine Anwältin Akteneinsicht – § 406 e StPO – nehmen. Man warten zunächst ab, dass die Ermittlungen von Amts wegen durchgeführt worden sind und ggf. der Schädiger verurteilt wurde. Sie bzw. Ihr Anwalt/Anwältin können dann auf dieser Basis Ihre Zivilklage erheben.

Achtung: Geld beanspruchen zu können – und das Geld vom Schädiger tatsächlich wieder zu bekommen, das sind zwei ganz verschiedene Dinge. Wenn Sie z.B. durch einen Betrug geschädigt worden sind, wird in aller Regel Ihr Geld unwiederbringlich verloren sein und Sie werfen dem schlechten Geld nur gutes Geld hinterher. Wenn der Täter geschnappt ist, ist das Geld weg. Die Strafjustiz ist schon in ihrem Kernbereich (Strafe) überlastet, vor allem im Wirtschaftsbereich; da bleibt keine Zeit für naive Politiker- und Journalistenvorstellungen einer zivilrechtlichen „Rückgewinnungshilfe“ für Geschädigte. Das war große Mode vor 20 Jahren – inzwischen hat man große Teile davon einfach wieder aus dem Gesetz gestrichen. Näheres (und Ausnahmen mit Erfolgschance) erfahren Sie von Ihrem Anwalt.

Diese Mitteilungsrechte stehen zwar wunderschön im Gesetz, werden aber normalerweise nicht eingehalten: Mitteilung

  • an den Verletzten direkt (§§ 406 d Abs. 4 StPO) oder
  • an den Anwalt, der eine Vollmacht vorgelegt hat §§ 406 d Abs. 4, § 145a StPO):

über/von

  • Mitteilung einer etwaigen Einstellung des Verfahrens, § 406 d Abs. 1 Nr. StPO,
  • Mitteilung der gegen den Angeklagten ggf. erhobenen Beschuldigungen, § 406 d Abs. 1 Nr. 2 StPO,
  • Mitteilung von Ort und Zeitpunkt einer etwaigen Hauptverhandlung, § 406 d Abs. 1 Nr. 2 StPO,
  • Mitteilung vom Ausgang eines etwaigen gerichtlichen Verfahrens, § 406 d Abs. 1 Nr. 3 StPO.

Beantragen Sie ausdrücklich, dass eine Auflage an den Beschuldigten die Schadenswiedergutmachung an Sie enthält; dies sieht das Gesetz auch als primäre Variante vor:

  • bei Einstellung: § 153 a Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 StPO
  • bei Strafaussetzung zur Bewährung: § 56 b Abs. 2 Nr. 1 StGB.
  • und dass dem Beschuldigten / Verurteilten aufgegeben wird, sich wegen der Bankverbindung direkt an Sie als Geschädigte/n zu wenden.