Offener oder geschlossener Vollzug?

§ 7 JVollzGB III BW Offener und geschlossener Vollzug:

(1) Gefangene sollen in einer Justizvollzugsanstalt oder Abteilung des offenen Vollzugs untergebracht werden, wenn sie den besonderen Anforderungen des offenen Vollzugs genügen und insbesondere nicht zu befürchten ist, dass sie sich dem Vollzug der Freiheitsstrafe entziehen oder die Möglichkeiten des offenen Vollzugs zu Straftaten missbrauchen werden.

(2) Eignen sich Gefangene nicht für den offenen Vollzug, so werden sie im geschlossenen Vollzug untergebracht. Erweisen sich Gefangene für die Unterbringung im offenen Vollzug während des Aufenthalts dort als nicht geeignet, werden sie in den geschlossenen Vollzug zurückverlegt. Gefangene können auch dann im geschlossenen Vollzug untergebracht oder dorthin zurückverlegt werden, wenn dies zu ihrer Behandlung notwendig ist.

Kriterien z.B.:

Eine Unterbringung im offenen Vollzug erfolgt nur ausnahmsweise (Erstverbüßer, gute Prognose).

Regelmäßig keine Unterbringung im offenen Vollzug, wenn

  • wenn bereits wiederholt in Haft,
  • wenn einschlägig vorbestraft,
  • wenn hohe Rückfallgeschwindigkeit / Delinquenzentwicklung, die zeigt, dass die bisherigen Maßnahmen (Strafen, Bewährungen, Haft) zu keiner Einstellungsänderung geführt haben
  • wenn während des laufenden Vollzuges keine Persönlichkeitsentwicklungen festzustellen sind, die doch noch für eine günstigere Kriminalprognose sprechen würden
  • wenn (nach langem Vollzug) die Belastungsfähigkeit überfordert erscheint durch eine Unterbringung im offenen Vollzug / durch eine Phase der Gewährung vollzugsöffnende Maßnahmen.