Strafbefehl bekommen? Zu den Infos

Ihnen wurde ein Strafbefehl zugestellt? Hier zu den Infos zum Thema Strafbefehl und Strafbefehlsverfahren. (Hier zu allgemeinen Infos: Beschuldigte/r im Strafverfahren – Hier zurück zur Übersichtsseite: Anklage/Strafbefehl erhalten – hier zurück zur Einstiegsseite: Infos nach Ihrer Situation).

Der Strafbefehl ist eine Form der Anklage. Siehe hier die grundsätzlichen Infos zur Anklage. Der größte Unterschied ist:

  • Beim Strafbefehl steht die Strafe (d.h. die Vorstellung der Staatsanwaltschaft!) schon drin und wurde so vom Richter unterschrieben. Sie können akzeptieren – oder erst einmal Einspruch einlegen und es auf eine Hauptverhandlung ankommen lassen. Wenn Sie nichts tun, wird der Strafbefehl zum rechtskäftigen Urteil. — Sie meinen, Einspruch ist sinnlos, weil der Richter ja das alles schon geprüft hat? Von wegen – der Strafbefehl entsteht in der Regel so: siehe Strafverfahren, realistisch: „kurzer Prozess!“.
  • die Anklageschrift enthält dagegen keine Strafe. Darüber wird erst nach einer Hauptverhandlung entschieden. Die Anklage ist insgesamt gefährlicher.

Sie haben einen Strafbefehl und wissen noch nicht sicher, ob Sie akzeptieren sollten? Ganz klar: Dann immer Einspruch einlegen! Die Frist beträgt 2 Wochen ab Zustellung – es zählt der Eingang bei Gericht. Hier zur Fristberechnung.

Frist versäumt? Hier zu den Infos zur Wiedereinsetzung in den vorigen Stand. Ein Fall für den Anwalt!

Gut für Sie: Sie können den Einspruch ohne weiteres zurücknehmen – erst ab Beginn der Hauptverhandlung ist eine Einspruchsrücknahme nur noch mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft möglich. Vorher reicht ein Satz ans Gericht (nehme den Einsporuch zurück); dies ist bis dahin kostenlos.

Im Zweifel: Erstmal Einspruch!

Legen Sie also im Zweifel Einspruch ein – gehen Sie zum Anwalt und lassen den Strafbefehl prüfen. Sehr oft kann ein günstigeres Ergebnis erzielt werden:

Voraussetzung ist volle Akteneinsicht – aber nur über einen Verteidiger nehmen.

Vorsicht : Die Strafe darf am Ende auch höher ausfallen. Das gilt für (mindestens) diese Aspekte:

Vorsicht weiter: In einem Verfahren auf einen Strafbefehl sind die Beweisvorschriften stark gelockert. Auch deshalb sollten Sie anwaltlich vertreten sein.