Beschuldigt – Schweigerecht; Gefahr Spontanaussage

Wenn Sie selbst in einer Strafsache/Bußgeldsache (eventuell) bereits „im Visier“ sind, dann sind Sie rechtlich von selbst Beschuldigte/r. Von selbst – rein rechtlich.

Dann müssen Sie nichts sagen und tun. Dann sollten Sie auch zunächst schweigen.

Die Polizei hätte Sie gerne so lange wie möglich als Zeugen – nicht als Beschuldigten

Die Polizei hat bekanntlich den Job, Sachverhalte zu erforschen und dazu Personen zu vernehmen – zum reden zu bringen.

Also wird Sie die Polizei erst einmal als Zeugen/Zeugin ansehen – denn dann müssen Sie grundsätzlich reden. Ebenso wird Sie die Polizei zögern, Sie schon im Status des Beschuldigten zu führen – denn dann dürfen Sie schweigen. Und darüber sind Sie zu belehren.

Gefahr: Ihre „Spontanaussage

Die Polizei wartet daher oft darauf, dass Sie von selbst anfangen zu reden. Dann ist das, was Sie sagen, auch ohne Belehrung vorher – rechtlich gegen Sie verwertbar.

Denn eine „echte Spontanaussage“ liegt vor, wenn Sie noch vor einer Befragung oder Vernehmung spontan, von sich aus, zur Polizei etwas sagen. Solche Aussagen sind fast immer gegen Sie verwertbar.

Das ist zu unterscheiden von der Situation, wenn die Polizei Sie befragt, aber ohne Belehrung über ein Schweigerecht, also als angeblichen Zeugen, und Sie antworten, obwohl Sie längst rechtlich Beschuldigte/r sind und schweigen dürften. Siehe diese Info. 

Also: Zunächst nichts tun, nichts sagen

Gute Beamte/Beamtinnen beherrschen das gekonnte, legale Ausnutzen der Grauzone. Sie lassen Sie quasi „spontan“ losreden. Erkennen Sie dies als Ihren NOTFALL und schweigen Sie – von Anfang an.